Donnerstag, 27. Juni 2013

Rezension: Die Erben der alten Zeit 1: Das Amulett - Marita Sydow Hamann



Titel: Die Erben der alten Zeit
Das Amulett 
Autor: Marita Sydow Hamann 

Seiten: 608 
 Verlag: Grassroots Edition  
Preis: 19, 80 
Ersterscheinung: 27. 05. 13
 
Reihe: Teil 1 von 3
 *Leseprobe*  





Inhalt:
Die 14-jährige Charlotta, genannt Charlie flieht eines Nachts aus dem Waisenhaus, in dem sie seit dem Tod ihrer liebevollen Adoptiveltern, die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat. Jetzt möchte sie endlich ihre wahren Eltern suchen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Umstände, unter denen sie als Baby aufgefunden wurde, waren ziemlich mysteriös. Niemand kann sich erklären, woher sie kommt und ihre Jugendamtsakte enthält nicht die erhofften Antworten. Nur noch mehr rätselhafte Aussagen über ihr geheimnisvolles Auftauchen und ein Bruchstück eines mysteriösen Steins mit roten Linien darauf. 

Als bei ihrer Flucht Nebel aufzieht, geschieht etwas Unvorstellbares. Sie befindet sich urplötzlich in einer anderen Welt. Eine Welt in der Magie und Fabelwesen an der Tagesordnung sind und in der Oden, ein grausamer Herrscher, das Volk unterdrückt. Da sie sich in dieser völlig unbekannten Welt nicht auskennt, kann sie von Glück sprechen, dass ihr die beiden Geschwister Tora und Kunar helfen. Schon bald freundet sie sich mit ihnen an und lernt von ihnen, sich zurechtzufinden. Und dann ist auch noch Biarn, ein geheimnisvoller Junge, der viel zu Wissen scheint und auch viele Fragen stellt. Kann Charlie ihm trauen? Denn wie es aussieht sendet der mächtige Oden seine Späher aus, um sie zu finden…

Meinung:
Marita Sydow Hamann hat mit dem Auftakt „der Erben der alten Zeit –Trilogie“ etwas ganz außergewöhnliches geschaffen, denn sie verknüpft griechische und nordische Mythologie mit bereits bekannten, aber auch völlig unbekannten Ideen,  und mischt auch noch eine Prise Realität und Zukunftsvisionen hinzu. Eine ungewöhnliche und mutige Mischung, die aber wunderbar aufgeht und ein wirklich ansprechendes und komplexes Fantasy-Abenteuer ergibt. 

Die Handlung selbst erstreckt sich dabei auf 2 parallelverlaufende Handlungsstränge in drei unterschiedlichen Welten. Den Großteil des Romans hinweg begleitet der Leser Protagonistin Charlie auf ihrer Reise. Sie ist neugierig und mutig und sticht nicht nur durch ihre 2 verschiedenfarbigen Augen hervor.  Denn Charlie entdeckt mit der Zeit, dass auch sie magische Kräfte besitzt. Ihr Einleben in Vanaheim wird von der Autorin authentisch und abwechslungsreich beschrieben, so dass es wirklich Spaß macht, zusammen mit Charlie fantastische Wesen wie Einhörner, Bergtolle und Wichtel kennenzulernen und dabei auch immer mehr über die ungewohnten und schrecklichen Gewohnheiten in Vanaheim zu erfahren. Die Nebencharaktere Tora, Kunar und Biarn sorgen für die zwischenmenschlichen Ebenen im Roman. Während man Tora und Kunar gleich als treue Freunde ins Herz schließt, ist man bei dem mysteriösen Biarn immer etwas vorsichtig. Man ist sich nie sicher, auf welcher Seite er wirklich steht und auch, wenn ich das Geheimnis um seine Herkunft bereits zu Beginn erraten hatte, bleibt er stets geheimnisvoll. 

In der Nebenhandlung lernt man die junge Sora kennen. Sie erwacht nach einem 14. 000 Jahre andauerndem Schlaf auf dem Planeten Euripides und besitzt auch ein Bruchstück von Charlies Amulett. Die Menschen haben sich weiterentwickelt, Technik und Wissenschaft sind das höchste Gut und sorgen für dauerhaften Frieden. Die wenigen Kapitel aus ihrer Sicht haben bisher noch nichts mit der Haupthandlung zu tun, bereiten aber auf ein Zusammentreffen von Charlie und Sora im zweiten Teil der Trilogie vor. 

Der Schreibstil von Fr. Hamann ist dabei sehr bildhaft und zeugt von ihrer Liebe zum Detail sowie ihrer großen Fantasie. Auch wenn ich zeitweise etwas leichtere Probleme mit den vielen fremden Wörtern hatte, macht es Spaß völlig in die Geschichte einzutauchen. Denn die Autorin fasst öfters das Wichtigste nochmal zusammen oder erklärt besonders schwere, aber bedeutende Wörter auch mehrmals. Dies ist auch wirklich hilfreich und so geschickt in die Handlung eingebunden, dass es kaum auffällt. 

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dann aber doch, denn auch wenn ich finde, dass die Autorin großartige Fantasywelten erschaffen hat, war es mir doch manchmal etwas zu viel des Guten. Man hätte die Spannung noch etwas konstanter aufrechterhalten können, wenn man manche Ausführungen etwas verkürzt hätte. Wegen mir hätten die Bewohner auf Euripides keine 4 Arme gebraucht und Vanaheim wäre auch mit etwas weniger Wesen noch faszinierend gewesen. So liest sich die Geschichte zwar immer noch extrem schnell, aber die Spannung leidet stellenweise schon leicht darunter. 

Fazit:
Ein Auftakt in eine ansprechende und hervorstechende Fantasyie-Trilogie, die auf jeden Fall lesenswert ist und die Neugier auf den zweiten Band weckt. 4 von 5 Buchherzen.

 Einen großen Dank an Buch-Contact sowie Grassroots-Edition für das Leseexemplar!

Infos zur Autorin + zur Reihe: (Quellen: Amazon und Grassroots)
Marita Sydow Hamann wurde in Ålesund, Norwegen, geboren und wuchs unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf.
Aktuell lebt sie mit ihrem Mann, zwei Hunden, drei Pferden und zwei Katzen auf einem kleinen Hof in Småland in Schweden.
Die Trilogie "Die Erben der alten Zeit" ist ihr erstes großes Werk. "Das Amulett", der erste Teil der Trilogie, erschien 2012 zum ersten Mal bei Amazon und schaffte es auf Anhieb in die TOP100.
"Der Thul - Bewahrer von Überlieferungen" ist der zweite Teil und erschien 2012 als ebook bei Amazon. Auch dieses ebook war einige Wochen in den TOP100. "Der Thul" ist zur Überarbeitung vom Markt und erscheint voraussichtlich noch 2013 neu.
Marita Sydow Hamann illustriert alle ihre Bücher selbst. Außerdem entwirft und malt sie auch ihre eigenen Cover.

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